Saarländisch für Anfänger

Leben im Saarland,

können natürlich nicht alle Menschen dieser Erde (auch wenn sie`s gerne täten). Doch dieses kleine freundliche Volk freut sich über Urlaubsbesucher (wenn sie nur wieder fahren, oder nicht gar aus der Pfalz kommen).

Um es den Anreisenden etwas leichter zu machen, folgt hier ein Auszug aus dem saarländischen Grundwortschatz. Natürlich variiert der Dialekt von Ort zu Ort. Ich habe mich bei meinen Ausführungen auf die Nordsaarländer berufen (do isset sowieso am scheenschten):

  • unn? = Saarländisches Geheimwort, einsetzbar für alles erdenkliche, wie z.B:

·         Hallo wie geht's?

·         Ist der Schwenker schon fertig? [...]

  • hann = haben
  • haschte = hast du
  • dauerschreiwa = Kugelschreiber
  • gräin = grün; bekommen
  • rinn = hinein
  • rin, erin = herein
  • ei jòò = ja / genau
  • ei nää = nein
  • ei = unübersetzbare Partikel am Satzanfang von Antworten, ungefähr vergleichbar dem englischen well,...
  • Hohs /Bux = Hose
  • Hoselatz = Reißverschluß an der Hose
  • Juppen = Jacke
  • e Kurza = kleiner Mensch oder Beilage zum Bier
  • Rejescherm, Sonnescherm = Regen-, Sonnenschirm
  • Rejeboore = Regenbogen
  • mia = wir
  • äähs, et = Sie/Die (Name) (alle Frauen im Saarland werden als Mädchen betrachtet - daher sächlich)
  • schunn = schon
  • saahn = sagen
  • Fuppes! = Das stimmt so nicht!
  • als un als / als nommo = immer wieder
  • gummòòl dòò ! = schau mal da! (Rheinfränkisch)
  • Lou mòò lòò ! = schau mal da! (Moselfränkisch)
  • dappa = schnell
  • dusma = langsam
  • lejnen = verleihen
  • verstoppen = verstecken
  • Die Góód(i) = Die Patentante
  • Gummo ähs do(rheinfr.) / Lu mo ähs do (moselfr.) = Schau mal Die da (negatives Konnotat: etwa: sieh dir die mal an)
  • die Flemm hann = genug haben, angewidert sein, depressiv sein
  • die Freck hann = Grippe-ähnliche Krankheit
  • gräjn = bekommen (Ich glaav, ich gräjn die Freck = ich glaube, ich bekomme eine Erkältung)
  • göschda = gestern
  • Grumpan = Kartoffel
  • Zwiwwel = Zwiebel, manchmal ist die Zwiwwel auch die Uhr
  • Kappes = Kohl/ Unsinn
  • Kappesblädder = große Ohren
  • Woschd = Wurst (Vorsicht': "Dat ess mia woschd!" = "Das ist mir doch egal!")
  • Flääsch = Fleisch
  • Broodwoschdfillsel = Mett bzw. Inhalt einer Bratwurst
  • Flääschkejchelcha = Frikadellen
  • Schwenka =
    1. Grill, der an einer Kette über dem Feuer aufgehängt wird, um Fleisch zu grillen
    2. das Fleischstück, das auf 1. gegrillt wird
    3. die Person, die vor 1. steht und überwacht, dass 2. nicht verbrennt

("mir schwenke mol enna" kann aber auch bedeuten, daß wir einen trinken müssen)

  • Döppen = topfartiges Gefäß, kleiner Topf
  • Haawe = großer Topf
  • Pännchi = kleine Bratpfanne
  • Pans = der Bauch
  • eppes = etwas
  • ich ben ball abgebroch/Do han eisch neischts meh ausgehall = Ich fasse es nicht!
  • ei ma söcha, nadierlich = natürlich
  • Groodselääds = Jetzt erst Recht! (wörtlich grade zum Leid)
  • bijelen = bügeln
  • Dibbelabbes = Saarländisches Nationalgericht
  • Schaales = Saarländisches Nationalgericht
  • Hòòrische, Buwespätzja, Spitzbuwe, Herzdrigger = Kartoffelknödel mit sehr geheimen Zutaten
  • Kinna, Päns = Kinder
  • bappisch, schimmlisch = ekelig, klebrig, hässlich
  • schwätze, bappeln = reden
  • Kneipschi = kleines Küchenmesser
  • Viehl = Vögel
  • Näjel = Nägel
  • Feierzeisch = Feuerzeug
  • Fixfeija = Streichhölzer
  • Knepp = Knöpfe
  • Quetschen = Zwetschgen
  • knetschen = etwas eindrücken (Vorsicht: "Bische geknätscht?" = "Bist du traurig?")
  • krääschen = heulen
  • Kneisje = Anfang vom Brot
  • Dirmel = Tollpatsch
  • Säjßschmier = Marmelade
  • Kneddel, Knebb = Knödel
  • Viehzeisch = Viehzeug
  • Steschmicken = Stechmücken
  • iwwazwersch = überaktiv sein
  • Gutzji = Bonbon
  • kläjdisch Sonn = stark scheinende Sonne
  • Gääß = Ziege
  • Appeltratsch, Abbelbatsch = Apfelkompott
  • Schossel = Schüssel
  • Freck = Grippe
  • Schipp = Schaufel
  • Bröschd = Brüste
  • Kopp, Nischel = Kopf
  • Hòòr = Haare
  • Schinnòòs, Schinatzel = falscher Mensch (Frau)
  • Atzel = Elster
  • Schlappeflicka = "Schlappenflicker": Bewohner der Stadt Pirmasens
  • Bettsääscha steschen = Löwenzahn mit einem Kneipschi (=Kleines Messer) 'aus dem Boden stechen'
  • Schaffschuhversteckler = Jemand, der seine Arbeiterherrkunft verleugnet
  • nur for Guddschmack = nicht zum Zweck der (bereits erreichten) Sättigung, sondern lediglich wegen des guten Geschmacks etwas essend
  • Ich hann uff da Grub geschafft! = Ich habe noch im Bergwerk gearbeitet
  • Ich muß off de Awed = ich gehe jetzt arbeiten
  • Kaandel = Regenrinne
  • schròò = hässlich, unansehnlich
  • es Tròttewaa = der Bürgersteig (von troittoir)
  • Weck = Brötchen
  • Fleischkäsweck = für Bayern: Leberkassemmel
  • Neilisch / de lättscht = vor kurzer Zeit
  • ich gehn zum EF ZEH = ich gehe in den Ludwigspark, um mir ein Spiel des 1.FC Saarbrücken anzusehen
  • verstruddeln = etwas verlegen
  • Huddel = ärger
  • Göddel = Gürtel
  • Motten = Mohrrüben
  • Ich gehn uff de Geburtsdaach = Ich gehe jemanden besuchen, der Geburtstag hat.
  • Ich hann kalt = Mir ist kalt
  • Wähsche?! = Weißt du? (meist am Satzende)
  • schellen = schimpfen aber auch klingeln
  • mäjd = müde sein
  • hemm = Nach Hause!! Heim!
  • Kumm, hau ab= bedeutet so viel wie: Ach hör doch auf! Sei ruhig!
  • Meckeplätsch = Insektentötungsgerät
  • Off die Schnerr gehn = Betreten einer Gasttätte
  • Ganz juschd senn = Noch richtig bei sinnen sein
  • Die Alt = Anstößiges Wort für Ehefrau
  • Huuschdegutzje = Langsames Auto
  • Knutschkurrel = kleines Auto
  • das iss e rischdije Dreckpoop = sie ist eine Schlampe
  • Poodsche = ein assozialer Mitbürger
  • Isch däät och änd trinken = ich würde auch ein Bier trinken
  • legg mich in die Kapp geschiss, leck die Katz am Backen = das darf doch nicht wahr sein*
  • mahn ma Schicht! = Jetzt ist Feierabend!
  • Flytköpp = französische Bürger
  • Fräckat = kleiner, ungezogener Junge
  • Awei is awer Zappenduschda = Jetzt ist aber Schluss
  • S'räänd! = Es regnet!
  • Das do is meiner = Das ist mein Ehemann
  • un das is meins = und das ist meine Ehefrau
  • kloor = komisch, toll
  • Álleeh. = tschüs (von französisch allez = "gehen Sie")
  • märssi = danke schön (von franz. merci)
  • saa nur?! = wirklich? (oft ironisch)
  • Klicka(de) = Murmeln
  • lass die Färz! = Hör auf mit dem Kram
  • so unnödisch wie em Papschd sei Knepp = so unnötig wie die Hoden des Papstes (sehr unnötig)
  • gucken wie die Kuh wenns donnat/blitzt bzw. wie e Ochs vorm Bersch = dumm / erstaunt dreinschauen
  • meins = Ehefrau
  • meina = Ehemann
  • Hää? = ich habe sie nicht verstanden
  • Nomoh (kurz: nommo) = können sie das bitte wiederholen
  • Oh legg = das kann ich ja nicht glauben
  • Awei awwer = Jetzt aber (im Ernst?)
  • Gewelbrunser = Freund der Tochter
  • Domols = vor langer Zeit
  • Mollekäpp = Kaulquappen
  • e Hälsje = (ein kl. Hals) Ein halbes Hemd (schmal gebauter Mensch, leptosom)
  • Heer awei uff dumm ze labaan/ ze schwätzen = Hören sie jetzt bitte auf Blödsinn zu reden
  • bappisch = dreckig, klebrig
  • "Holl da en Huck" = "Setzen Sie sich"
  • "das is jo en dicken Hond" = "das ist ja ein starkes Stück" / Sauerei / echt hart
  • nemme ganz knuschper? = ironische Frage, nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.
  • Moart = Markt
  • Botzlompen = Putztuch
  • "Heer off met demm Kappes!" = "Hör auf mit der Nerverei!"
  • "Ei, denk e mo" = Bestätigung auf eine Erklärung
  • Weesch = Weg
  • "Jesses Nä!" = Ausdrück für Bestürtztheit
  • Gutt Nöht = Gute Nacht
  • Baam, Bóóm (nur vereinzelt verbreitet) = Baum
  • schwahten = schlagen
  • Da (kurze Betonung auf "a") = So, Siehst du?
  • Klowen = Rüpel
  • zeb/zewe = zehe(n)
  • griwwele = fummeln (z.B. zewegriwwele)
  • Schäslong = Sofa / Couch
  • Pätschi = schmaler Weg, Pfad
  • piaateln = pendeln, wenn jemand ständig rein und raus geht

 

Hier ein typischer saarländischer Smalltalk:

  • Gunn Dach! Unn?
  • Jòò gudd, unn bei dir?
  • Jòò, och. Unn sonscht?
  • Ei jòò, ne. Bei dir?
  • Och. Ei gudd dann. Ma sajt sich.
  • Ei aalleeh dann.
  • Aalleeh.

Saarländische Ortsnamen(als Ausländer recht hilfreich):

  • Saabrigge(Saarbrücken)
  • Hollywood(steht auf einem Ortsschild)=Helljewald=Helliwald (Heiligenwald)
  • Emmersbersch (Elversberg)
  • Neinkeije/ Neinkerje(rheinfr.); Neinkärschen(moselfr.) (Neunkirchen)
  • Kaltnaggisch (Herrensohr; wörtlich:Kaltnackt)
  • Altroff (Niedaltdorf)
  • Bedofingen (Neuforweiler)
  • Betschbach (Bexbach)
  • Daarle (Saarbrücken St. Arnual)
  • Dengmerd/Dingwerd (St. Ingbert)
  • Mòòlschd (Saarbrücken-Malstatt) – Der Fußballverein 1. FC Saarbrücken wird oft „Die Moolschder“ genannt
  • Mierzich (Merzig)
  • Mettlich (Mettlach)
  • Brottroff (Brotdorf)
  • Nirrersaubach (Niedersaubach)
  • Oamesum (Ormesheim)
  • Píckad (Picard) und Bómmarä (Beaumarais)
  • Wéskärschen (Weiskirchen) in der Merzig-Waderner Gegend (moselfränkisch); Weiskerje im östlichen Saarland (rheinfränkisch).
  • Kerbrich (Kirrberg)
  • Dääschdasch (Dörsdorf)
  • Walschd (Wahlschied)
  • Aldedibbe (Altenkessel)
  • Heiswilla (Heusweiler)
  • Lummerschd (Lummerschied)
  • Pittlinge (Püttlingen)
  • Uhrscholz /Urschlach Orscholz
  • Hölzbisch (Saarhölzbach)
  • Baachem (Bachem)
  • Luushemm (Losheim)
  • Hausbisch (Hausbach)
  • Woadann (Wadern)
  • Nuuhn (Nohn , nah bei Merzig)
  • Dräsbisch (Dreisbach, an der Saarschleife und ganz nah an Merzig)
  • Fitten (Fitten, da haben die Mädchen dicke…Beine)

 

 

Zitat des Tages

Lucius Annaeus Seneca
Lucius Annaeus Seneca: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
von zitate-online.de
  "vermutliche" Nettotage bis zum Ziel!